FA7-2013 Wir schreiben das Jahr 1647. Graf Hermann von Hatzfeldt wird fast täglich von seinen Vögten über Vorkommnisse in Waldmannshofen und im Umland informiert. Auch was spargiert wird, was für Gerüchte in Umlauf gebracht sind, erfahren wir. Diese Seite ist im Aufbau. Vielleicht gibt sie uns erst mit einem umfangreicheren Quellenstudium ein umfassendes Bild. Ich möchte es jedoch den Lesern nicht vorenthalten, was um diese Zeit in Waldmannshofen geschehen ist... Quelle: Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein, Ni 10 Bd 133 - Berichte hatzfeldtischer Diener aus Waldmannshofen. Albrecht Christoph Rüger, Vogt, 1640-1642; David Wägelein, Vogteiverwalter, 1646-1647; Salomon Nickel, 1646- 1647; Wolf Albrecht Meurer, 1646-1647; Schultheiß Reinhard Löck, Gärtner Konrad Altvater, Weingärtner Martin Kayser, Heckenbinder Hans Grötsch, Fasanenmeister Stefan Jopp u. A., 1646-1656; Martin Pfister, Vogt, 1647-1651; Philipp Albrecht Hillner, Vogt, 1653-1655; Augustin Roth, Verwalter, 1655; Egidius König, Schultheiß, Georg Dreyling, Hausknecht, 1656-1658; Georg Konrad Jung, Eberhard Meuthen, 1659-1664.  17.1.1647 - Die Völker sind von Rothenburg herunter nach Würzburg marschiert. 14.2.1647 - Wegen der Völker stehen wir hier in ziemlich großer Angst. Die Schweden sind so wunderlich durcheinander gegangen und Kaiserliche und Bayrische Völker liegen um Windsheim. Gestern sind die Parteien bei Aub aneinander getroffen. Die Bayrischen mit 200 stark, die Schweden unter Königsmarck mit 40 Pferden. Sind also die Schweden unter Königsmarck größtenteils alle gefangen und niedergemacht worden. Um Anweisung wird gebeten, wie er (David Wägelein - Gegenschreiber, hernach Vogteiverwalter in Waldmannshofen) sich verhalten solle. 22.2.1647 Schwedeneinfall - Nachmittags um 1 Uhr sind 5 Kompagnien Reiter und Dragoner von General Königsmarck nach Aub gekommen und haben vor, dort still zu liegen. Alle Pferde in Aub wurden genommen und zwei Dragoner sind hier her gekommen. Der Major begehrt Verpflegung und ein Lamm. Die Schäferei steht im Schloss in der Scheune, das Rindvieh steht auch noch im Stall. 24.2.1647 Der Pfarrer, Johann Georg Pfister, musste nach Aub und im Haus des Schultheißen predigen. 2 Lämmer, Gartengemüse, Kapaunen wurden angefordert. Morgen wird das Waldmannshöfer Schloss besehen. 28.2.1647 Das Schloss wurde besehen, hat dem Major trefflich gefallen. Ein Kapitän war mit dabei, es wäre wohl ein schönes Haus, doch es sei nichts darin zum mausen. Der Major hat sich für die 2 Hasen und Kuchen höflich bedankt. Doch was war bis dahin? Die wenigen Quellen bestehen in Bürgermeister-Rechnungen und den Notizen der Bürgermeister über die Zahlungen der Contribution, wie es scheint eine direkte Abgabe, die an Soldaten wohl als Zwangserhebung im feindlichen Gebiet geflossen ist. In diesen Notizen finden wir auch Ausgaben zur Befestigung des Dorfes. Bürgermeisterrechnung 1632 bis 1633. Die Gemeinde ersetzt das Obere und Untere Torhäuslein. Dazu wird Holz vom früheren Hofhäuslein des Andreas Thorwart (Marketender, gestorben 1635) verwendet und 15 Gulden bezahlt. Der Zimmermann aus Hemmersheim verlangt 1 Gulden für den Abbruch des Hofhäusleins und 8 Gulden für den Aufbau der beiden Torhäuslein. Der Maurer aus Hemmersheim erhält 8 Gulden für den Aufbau und 2 Gulden das Dach mit Ziegeln zu decken. Der Schmied verlangt 1 Gulden für Laistennägel und 8 Batzen für Lattennägel. Baustoffe und Hilfsmittel: Zwei Kübel für den Maurer, Ziegel aus Lehm von Jörg Clöffel, Lehm für die beiden Kachelöfen liefern Jörg Güntert und Mathes Lecker. Der Haffner aus Aub baut die beiden Kachelöfen ein. Der Glaser aus Aub liefert die Fenster in das Untere Torhaus. Bei der Vergabe der Arbeiten an den Zimmermann und Maurer wurde für 1 Gulden "verzehrt" und 1 Gulden sind ihnen zugefallen, als die Häuslein aufgerichtet waren. 6 Batzen erhielt der Maurer aus Hemmersheim für das Ausbessern des Unteren Torhauses. Der Schmied (wahrscheinlich Egidius König) lieferte das Zugband am Schlagbaum an dem Oberen Torhaus für 1 Batzen und ein Band zum Pförtlein am Oberen Torhaus für 25 Pfennig. In diesem Jahr wurden insgesamt 3 Gulden Zehrgeld an Soldaten gegeben. Verzehrt wurde bei dem Schmied oder beim Wirt. Auch zum Tor hinaus wurde Wein, Brot wurde den Reitern gereicht. Zur Fütterung der Pferde wurde Haber bezahlt. Auf dem Weg nach Rothenburg übernachtete ein Soldat zu einer Verrichtung und die beiden Bürgermeister Martin Eubelstätter und Jörg Pfeiffer wurden nach Würzburg gesandt. Nach der Schlacht von Herrieden 1632 wurde Haber an den Obristen Winckhler ausgegeben, als die Soldaten nach Ochsenfurt gezogen sind. Als in Sechselbach eine Kompagnie Fußvolk lagerte, wurde Fleisch spendiert. In Adelhofen sind etliche Dorfschaften zu einem Ausschuss zusammen gekommen. Vier Bauern mußten nach Rothenburg und Holz führen. 8 Personen haben hier übernachtet, als sie für das Kriegsvolk des Grafen von Hohenlohe Munition nach Blaufelden geführt haben. Bürgermeisterrechnung 1637. Vermutlich wurde Unterschlupf gegeben. Eine Frau verstarb in einer Scheune wie auch ein armes Kind, das aus Holach gebürtig war. Bürgermeisterrechnung 1638. Götzische Soldaten liegen hier. Zur Verpflegung wurde Fleisch für 7 Batzen vom Auber Metzger bezogen. Im Juni wurden 8 Hatzfeldische Soldaten und ein Gefreiter für 2 Tage aus Aub geholt und verpflegt. Dann erneut 4 Soldaten für 14 Tage. In Waldmannshofen wird eine Brücke errichtet. Als Lohn für das Aufmachen des Tores erhält Georg Pfeuffer für die Zeit von Jacobi bis Martini 2 Gulden. 20 Gulden erhält der Mezgers Stoffel aus Aub für Fleisch. Er hat es 1630 der Gemeinde geliefert als Fürstenbergisches Volck hier war. Contribution 1642, mehr als 46 Gulden. Ein Reiter vom Bayrischen Regiment, Hieronimus Dirban, logiert für 3 Monate bei Leonhart Klein. Bei Hans Klein logiert dann ein Picolominischer Reiter. Sie bewachen das Dorf. Auch für Licht uff die Wacht muss bezahlt werden. Der Obere Turm wird mit Ziegeln neu gedeckt. Es hat den Anschein, dass er neu aufgebaut werden muss oder aufgestockt wird, denn die Gemeinde braucht 21 Stämme Bauholz aus Holach, die der Zimmerer Enderlein aufschneidet  und 6 Reisser im Schirmbacher Holz aufschneidet und aufspältet. Die Letzteren können auch dazu verwendet worden sein ,”den Neuen Gemein Schliden zu machen” - für 3 Gulden. Der Maurer aus Sechselbach macht das "Thal beim oberen Thor sampt deroselben stacheten zu schlagen". Der Zimmerer Enderlein erhält 7 Gulden dafür, dass er 683 Fluhrstickel macht. Diese wurden um den Dorfgraben gesetzt. Contribution 1646, mehr als 288 Gulden. Es logieren hier Picolominische Reiter. Es marschiert eine Armada Gözischer Reiter. Sie erhalten alten Wein und ein Schweinlein. Der hiesige Beckh Jörg Conder wie auch andere Bauern liefern Brot und Mehl oder Haber. Auch Hatzfeldische Soldaten aus Stetten sind mehrere Wochen vor Ort. Für den Bau eines Zaunes werden 62 Stämme Reisser aus Schirmbach gekauft. Die 400 Stickel daraus zu machen, hat wieder der Zimmerer Enderle verliehen erhalten. Daraus wird am Untern Tor ein Stachet (Staketenzaun) gebaut. Aus Erdbach werden 42 Stämme gekauft und daraus 384 Stickel gemacht. Mit 4000 Eyden (Eggen) Ruten werden noch 781 Stickel eingesetzt. Mit einem Abstand von 5 cm errechnen sich dann über 200 m Zaun bei einer Dicke und Abstand von  15 cm. Stachetenzäune finden wir heute beispielsweise bei Limesnachbauten.